MUTTER ERDE und WWF präsentieren erstmals eine Gesamtschau der Zahlen für Österreich, um konkrete Maßnahmen und Strategien für weniger Mist ableiten zu können. Fehlende Zahlen und unterschiedliche Definitionen sind nämlich grundlegende Probleme beim Kampf gegen Lebensmittelverschwendung.


Download Studie zu Lebensmittelverschwendung in Österreich/ Lagebericht zu Lebensmittelabfällen- und verlusten in Österreich

Rund 760.000 Tonnen Lebensmittelabfälle und -verluste fallen jedes Jahr in Österreich entlang der Wertschöpfungskette an. Das Bemerkenswerte daran: Landwirtschaft und Produktion sind in den Zahlen noch nicht berücksichtigt.
Besonders tragisch: die Hälfte davon gilt als potentiell vermeidbar. Aufrüttelnd sind auch die Ergebnisse zum Zustand der entsorgten Lebensmittel: Alleine im Restmüll ist jedes 10. Produkt originalverpackt oder nur teilweise verbraucht.

Das zeigt unter anderem, dass Konsumentinnen das Mindesthaltbarkeitsdatum als Ablaufdatum interpretieren. Dieses ist aber nichts anderes als eine Garantieerklärung des Herstellers. Keiner wirft nach Ablauf der Garantie seinen Fernseher weg. Dabei sind Lebensmittel viel zu wertvoll, um im Müll zu landen. „Obwohl das Mindesthaltbarkeitsdatum nichts anderes ist als eine Garantieerklärung des Herstellers etwa wie die Garantie bei einem Elektrogerät, werden viele einwandfreie Lebensmittel allein aus dem Grund der Überschreitung dieses Datums weggeworfen. Dabei wären sie – bei richtiger Lagerung – oft viel länger genießbar“, informiert Hildegard Aichberger von MUTTER ERDE.

Christian Pladerer vom Österreichischen Ökologie- Institut weist darauf hin, dass die in der Studie berechneten Gesamt-Lebensmittelabfälle nur als erster Richtwert zu sehen sind. Die 760.000 Tonnen decken nur jene Bereiche ab, zu denen Daten verfügbar sind. Wir können also davon ausgehen, dass noch beträchtliche Mengen an Lebensmittelabfall- und verlust hinzukommen.

Es besteht großer Handlungsbedarf rund um das Thema Lebensmittelverschwendung und alle gesellschaftlichen Akteure sind nun gefragt. „Österreich hat dringenden Handlungsbedarf“, gibt Friederike Klein, Referentin für Nachhaltige Ernährung, WWF Österreich, zu bedenken. Es braucht klare Zuständigkeiten – etwa in Form einer einzig verantwortlichen Koordinierungsstelle, verbindliche Maßnahmen und Reduktionsziele für alle betroffenen Akteure entlang der Wertschöpfungskette und transparente Daten sowie Zielüberprüfungen. Mehr zur WWF Petition finden Sie hier https://www.muttererde.at/1371/.

Aktuelle Informationen zu den im Rahmen des MUTTER ERDE-Schwerpunkts stattfindenden Aktivitäten und eine umfassende Lebensmitteldatenbank mit Tipps zum richtigen Umgang mit Lebensmittel finden sich unter www.muttererde.at/tipps

Presseinformationen zum Lagebericht zu Lebensmittelverschwendung in Österreich finden Sie unter www.muttererde.at/presse

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