Die Trachtenkapelle Brand aus NÖ hat mit dem Umbau ihres Musikheims ein Klimaschutzprojekt umgesetzt und zeigt damit, dass Niemand zu klein ist um Großes zu bewegen. Wir haben mit Obmann Herrn Uitz über dieses spannende Projekt gesprochen.

Lieber Herr Uitz, was macht euer Projekt so außergewöhnlich?

Die Innovation dieses Projektes steckt keineswegs in der technischen Umsetzung, sondern wir zeigen lediglich, dass es möglich ist einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und zwar durch bereits vorhandene Möglichkeiten wie Inanspruchnahme der vielfältigen Förderlandschaft und Zusammenführung aller existierenden Know-How´s in einem Verein.

Durch ein einziges Umweltprojekt wurde es möglich, die wirtschaftliche Situation nachhaltig durch grüne Investitionen zu verbessern, den Umweltgedanken der Mitglieder weiterzuentwickeln, ein positives Image in der Öffentlichkeit zu kreieren, finanzielle Ressourcen für die Jugendarbeit freizusetzen, die regionale Wirtschaft zu stärken, die Abhängigkeit von großen Konzernen zu minimieren, die Zukunft des Vereins zu stärken und krisenfest zu machen sowie das positive Glücksgefühl der wöchentlichen Proben weiter zu steigern.

Kann jeder so ein Projekt umsetzen?

Unser Projekt soll zeigen, dass Blasmusikvereine – bzw. alle Arten von Vereinen, sei es im Kultur- oder Sportbereich – durch ihre unglaubliche Bandbreite an Persönlichkeiten aus mehreren Generationen und ihrer gemeinsamen Verbundenheit zu ihrer jeweiligen Region, Klimaschutzprojekte auf den Weg bringen können, die überregional, ja sogar europa- und weltweit für Vorbildwirkung sorgen können.

110.313 BlasmusikerInnen sind 110.313 potentielle österreichische KlimabotschafterInnen.

Würden z.B. alle 124.627 Vereine in Österreich (Stand 31.12.2018) auf Zusendungen von Reklame verzichten, könnten bis zu 12.463 Tonnen Papier gespart werden.

Sie sehen also, selbst mit kleinen Maßnahmen lässt sich immens viel bewirken.

Was war das Schwierige an der Umsetzung?

Es gibt für die gesetzten Maßnahmen für Vereine keine Förderungen auf Bundes- oder Landesebene, ausgenommen die „Raus aus dem Öl-Förderung“ des Bundes. Wir konnten allerdings unsere Landeshauptfrau sowie die Marktgemeinde Brand-Nagelberg von einer außerordentlichen Vereinsförderung überzeugen.

Ich fände es sehr wichtig, dass hier entsprechende Förderungen eingeführt oder adaptiert werden. Eine Förderung für nachweisbare Energie- oder CO2 – Einsparungen durch Umweltmaßnahmen halte ich beispielsweise für sehr sinnvoll.

Wie hat sich das Projekt auf euch als Team ausgewirkt?

Da es in einem großen Verein wie unserem sehr viele Fachleute mit Know-How aus unterschiedlichen Berufssparten gibt, wurde ein gemeinsames Konzept erarbeitet. Jedes Vereinsmitglied konnte sich so in unterschiedlichen Phasen des Projektes einbringen, das hat die allgemeine Akzeptanz und Motivation zusätzlich gestärkt.

Vor allem ein Aspekt wird sich in den nächsten Jahren besonders auswirken: Durch Investitionen in „grüne“ Maßnahmen wird das Jahresbudget des Vereins entlastet. So werden Reserven frei, die wiederum direkt in die Jugendarbeit investiert werden können, also profitiert die nächste Generation doppelt.

Wie war das Feedback für euer Projekt?

Das Feedback ist durchwegs positiv, weil wir als Verein hier sicher ein Vorzeigeprojekt geschaffen haben. Wir hoffen, dass unser Projekt durch die Teilnahme an diversen Umweltpreisen noch bekannter wird.