Foto Credit: Monika Löff

Schauspielerin und Kabarettistin Angelika Niedetzky hat das Klimavolksbegehren mit ihrer Stimme unterstützt und zur Unterschrift aufgerufen.

 Frau Niedetzky, was hat Sie dazu bewegt dieses Volksbegehren zu unterstützen?

Der Klimawandel und vor allem die Auslöser und Gründe dafür beschäftigen mich schon seit über 12 Jahren sehr intensiv, damals reiste ich nach Borneo in eine Orang-Utan-Auffangstation und erlebte die radikale Abholzung des dortigen Regenwaldes hautnah mit. Es schien, als wäre da alles sehr weit weg von uns hier in Österreich. in Wahrheit betrifft es uns aber unmittelbar, und das muss ins Bewusstsein eines jeden kommen. Ein Stichwort wie Palmöl findet hier im Supermarkt tagtäglich statt.

 

Sind Sie mit dem Ergebnis des Klimavolksbegehrens zufrieden?

Grundsätzlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, auch wenn es noch kein wirkliches Ergebnis für mich darstellt, sondern eher einen sehr wichtigen und erfolgreichen Auftakt zu neuem Denken und vor allem Handeln vorrangig unserer Politiker. Denn sie entscheiden nun mal in unserer Demokratie.

 

Was muss ihrer Meinung nach getan werden, um die Klimaerwärmung aufzuhalten bzw. zu verringern?

Jeder einzelne muss mitmachen und darf sich nicht mit langweiligen Ausreden aus der Affäre ziehen. Man muss sich informieren und sich dafür interessieren, sonst gehen wir unter. Das Argument, eine Einzelperson könne nicht mehr bewirken als ein Tropfen auf einem heißen Stein, zählt nicht mehr.

Global gesehen muss die Abholzung der Regenwälder, der Lunge dieses Planeten, ein Ende nehmen. Dass das nicht von heute auf morgen möglich ist, ist klar. Man muss der dortigen Bevölkerung brauchbare Alternativen liefern, und die gibt es. Willie Smits, Forstwissenschafter aus Holland, der seit über 30 Jahren in Indonesien lebt, hat mit seinem Zuckerpalmen-Projekt bereits großartige Erfolge erzielt. die Zuckerpalme liefert 14 Rohstoffe, indonesische Bauern, die sich darauf eingelassen haben, roden keine Regenwälder mehr zugunsten von Palmölplantagen, sondern haben ihre Zuckerpalmen, die in für Mensch und Natur ohnedies unbrauchbarem Land wachsen, und leben mittlerweile besser davon. Abgesehen davon hat Smits bewiesen, dass man Regenwald wieder aufforsten kann, was lange als unmöglich galt.

Also, wer gar nicht weiß wie er helfen soll, unterstützt diese Koryphäe.

 

 Was konnten Sie konkret für sich umsetzen?

Ich mache vieles im Kleinen. Keine Klimaanlage, Licht abdrehen, ungenutzte Geräte vom Strom nehmen, viel mit dem Rad fahren, weniger Fleisch essen, keine Plastikflaschen und -säcke mehr verwenden etc.

Und ich bin regelmäßig mit Indonesien in Kontakt, um zu sehen, wie sich dort immer mehr Erfolge einstellen. Das ist halt mein Steckenpferd, die Erhaltung der wunderbaren Spezies Orang-Utan und damit verbunden des Regenwaldes.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Menschen noch viel achtsamer mit der Umwelt umgehen und dass die Politik endlich ins sinnvolle Handeln kommt, denn Worte allein helfen nicht. Taten sind gefragt. Die Uhr tickt.