In der Sendung Land und Leute werden zwei Projekte vorgestellt, die beispielhaft sind für einen Trend in der österreichischen Landwirtschaft: Landwirte schliessen sich zusammen und setzen gemeinsam auf Qualität und auf enge Beziehungen zu ihren Kunden. TV-Tipp: Land und Leute, Samstag, 26. Mai, 16.30 Uhr, ORF 2

 

BioRegion Mühlviertel – farmgoodies

 

Die BioRegion Mühlviertel basiert auf einem Regionalentwicklungsprojekt, das eine tiefgreifende und umfassendeVerankerung der Bio-Landwirtschaft, der Bio-Lebensmittelproduktion und einer nachhaltigen Lebensweise zum Ziel hat. Teilnehmende Betriebe sind bio-zertifiziert und verpflichten sich freiwillig zu weitgehend regionaler Beschaffung von Rohstoffen sowie ökologischer und sozialer Wirtschaftsweise.

Ein Leitprojekt der BioRegion Mühlviertel ist „farmgoodies“: Bei diesem Projekt geht es darum, den im Mühlviertel traditionell weit verbreiteten Anbau von Lein wiederzubeleben und daraus ein hochwertiges Öl herzustellen. Früher gab es z. B. in Haslach und Helfenberg Leinenwebereien und daher viel Leinanbau in der Region.

Das Ehepaar Rabeder, das Farmgoodies betreibt, hat selbst eine Landwirtschaft und bezieht für seine Produkte bei Bauern aus der Region. Das Konzept von farmgoodies ist, die Bauern bei der Vermarktung in den Vordergrund zu stellen und so den Kunden ein Gefühl dafür zu vermitteln, wer ihr Produkt hergestellt hat. Derzeit sind etwa 30 Bauern unter Vertrag, farmgoodies stellt neben Öl (Lein und Hanf) auch Körner und Senf her.

Am Hof gibt es eine Presse und Abfüllanlage für das Leinöl. So erfolgt die Produktion im direkten Umfeld der Äcker, auf denen der Lein gewachsen ist. Der Flachs (fasrigen Teil) wird an Betriebe in der Region weitergegeben (z.B. um Dämmstoffe herzustellen) und z.T. eingeackert. So dient er der Bodenverbesserung.

 

Die Reine Lungau

Der Milchpreis ist inzwischen Inbegriff dessen geworden, dass die enge Verstrickung mit den Weltmarktpreisen für unsere Bauern zum Problem werden kann. Eine Gruppe von Landwirtinnen und Landwirten aus dem Lungau haben einen Weg gefunden, wie sie mit Qualität und Kooperation der Preisspirale entkommen können.

Im Rahmen des Projekts „Reine Lungau“ haben sich 52 Bauern zur Förderung nachhaltiger Milchproduktion zusammengeschlossen und verkaufen ihr Produkt als „Premium“-Milch. Es geht dabei um Umwelt (regionale Futtermittel, Blühflächen etc.), Artenvielfalt, aber vor allem auch um Regionalentwicklung. Weniger Milchleistung wird in Kauf genommen, tut aber vor allem auch den Tieren gut.

Links:

Farmgoodies

Reine Lungau

Bioregion Mühlviertel