Tag der Artenvielfalt – Birdlife meldet alarmierende Rückgänge bei heimischen Brutvögeln

Mai 25, 2018

Seit 1998 forscht der MUTTER ERDE Partner BirdLife Österreich, wie es um die heimischen Vögel bestellt ist. Das Ergebnis ist erschreckend: Nach 20 Jahren fehlt einer von drei Vögeln der Agrarlandschaft. Das ehemals häufige Rebhuhn ist fast verschwunden! Am heutigen Tag der Biene widmen wir uns daher den Vögeln. 

Letzten Herbst hat eine Studie aus Deutschland für Aufregung gesorgt: Eine Langzeituntersuchung hat eine dramatische Abnahme der Insektenzahlen von ca. 80% nachgewiesen.

Grafik APA

 

Birdlife hat in seiner Studie nachgewiesen, dass wir uns um die Artenvielfalt in Österreich ebenso viel Sorge machen müssen. Bei dem Monitoring, das zu den Haupt-Brutzeiten ab Mitte April und Mai österreichweit durchgeführt wird, zeigte die Statistik für 36 Arten eine Abnahme des Bestands. Nahezu stabil blieb das Vorkommen insgesamt bei 19 Arten, für weitere elf wurden Anstiege verzeichnet. Besonders negativ sei die Entwicklung bei 15 der 22 wichtigsten, vorwiegend in der Kulturlandschaft lebenden Vertretern.

 

BirdLife Österreich-Chef Gábor Wichmann appelliert, „bei künftigen Agrarförderungen vor allem Kleinbauern und Bergbauern in kleinstrukturierter bunter Kulturlandschaft und Umweltschutz zu unterstützen. Nur so kann es in Zukunft sowohl unseren heimischen Bauern als auch unseren Vögeln, Bienen und Schmetterlingen wieder besser gehen.“ 

 

Rebhuhn (c) Michael-Dvorak

 

 

Ruf nach „Agrarwende“

Angesichts der Zahlen aus dem Monitoring sprach die Umweltschutzorganisation Greenpeace von einem „Alarmsignal“ und forderte die „Agrarwende“. Gemeint damit sind ein Strukturwandel und eine Reduktion des Einsatzes von Chemikalien in der Landwirtschaft.

Aktuell werde die künftige Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) nach 2020 verhandelt. Für die stehe der größte Posten im EU-Budget zur Verfügung. „Aus Sicht von Greenpeace muss dieses Steuergeld endlich für eine naturverträgliche und zukunftsfähige Agrarpolitik, für eine echte Agrarwende, genutzt werden.“

 

Mehr Infos zur Studie unter www.birdlife.at