Landwirtschaftliche Produktion

Schau, wo dein Essen herkommt!

Hier findest du Hintergrundinformationen, Zahlen und Fakten zur landwirtschaftlichen Produktion in Österreich. Du erfährst vieles zur wirtschaftlichen Bedeutung der Landwirtschaft in Österreich und wie es sich mit den Förderungen verhält. Außerdem findest du hier Informationen über den Konsum landwirtschaftlicher Produkte.

Landwirtschaftliche Produktion in Österreich

In Österreich gab es 2016 etwa 162.000 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (Agrarstrukturerhebung 2016). Ein Großteil der Betriebe, nämlich 147.000, sind bäuerliche Familienbetriebe im Haupt- oder Nebenerwerb.

Im internationalen Vergleich ist die österreichische Landwirtschaft klein strukturiert, aber auch hierzulande ist ein Trend zum Wachstum sichtbar: Die durchschnittliche Gesamtfläche eines Betriebs stieg zwischen 1990 und 2016 von 28,2 auf 44,8 ha. Die als Ackerland genutzte Fläche ist ebenfalls gestiegen, sie hat sich seit 1995 annähernd verdoppelt. 2016 gab es 3.400 Betriebe mit einer Betriebsgröße von mehr als 200 ha, die in Summe ca. 3,2 Mio ha bewirtschafteten. Bei einer insgesamt bewirtschafteten Fläche von ca. 7,2 Mio ha sind somit ca. 45% aller Betriebe größer als 200 ha.

Der Trend zu größeren Einheiten ist auch in der Tierhaltung zu beobachten: Bei Rindern stieg die durchschnittliche Herdengröße zwischen 1995 und 2016 von 20 auf 32 Stück, bei Schweinen von 35 auf 109 Tiere pro Betrieb.

  • Anzahl Rinder pro Betrieb +60 %
  • Anzahl Schweine pro Betrieb + 211 %
  • Ackerfläche pro Betrieb + 93 %
  • Gesamtfläche pro Betrieb +59 %

Wachstum landwirtschaftlicher Einheiten in Prozent – ausgehend vom Wert von 1995.

(Agrarstrukturerhebung 2016)

Österreich ist Bio-Land

Etwas mehr als 20 % der österreichischen Landwirtschaftsfläche wird biologisch bewirtschaftet, weltweit der zweithöchste Wert nach Liechtenstein. 16 % der Betriebe in Österreich sind Bio-Betriebe, wobei die Zahl der Biobetriebe zunimmt.

Bewirtschaftung

In Österreich wird bereits jeder fünfte Hektar biologisch bewirtschaftet.

(Grüner Bericht 2017, BMNT)

Selbstversorgung mit Lebensmitteln

Der Selbstversorgungsanteil ist derjenige Anteil eines Lebensmittels, der im Land für den eigenen Bedarf hergestellt werden kann. Selbstversorgung wird als Bilanz angegeben und bedeutet nicht, dass es keine Importe oder Exporte gibt. Gerade bei Fleisch ist es so, dass in Österreich nur ausgesuchte Fleischteile gekauft werden. So werden etwa vom Schwein Gustostücke wie Filet oder Schnitzelfleisch importiert und geringerwertige Teile exportiert. So ist zu erklären, dass trotz eines Selbstversorgungsgrads von annähernd 100 %, ein recht hoher Anteil des hierzulande verkauften Schweinefleisches aus dem Ausland stammt.

Bei Getreide kann Österreich seinen Bedarf annähernd decken, bei Milch gibt es sogar einen deutlichen Überschuss von fast 70 %. Österreichs Milch bzw. Milchprodukte werden vor allem nach Deutschland, Holland und außerhalb Europas nach China und Australien exportiert. Ein großer Importbedarf besteht bei Eiweißpflanzen für die Nutztierhaltung. Man spricht von der sogenannten „Eiweißlücke“, die sich daraus ergibt, dass Nutztiere mehr Eiweiß benötigen als hierzulande hergestellt werden kann. Diese Eiweißlücke wird vor allem über Sojaimporte aus Südamerika abgedeckt. Rindfleisch wird in Österreich in Summe mehr produziert als gegessen, beim Schweinefleisch halten sich Erzeugung und Verbrauch die Waage. Mit Geflügel versorgen wir uns nur zu 68 % selbst, mit Fisch zu 6 %.

Bei Obst und Gemüse ist Österreich besonders auf ausländische Ware angewiesen. Neben Südfrüchten wie Bananen und Orangen wird auch Obst, das hierzulande wächst, etwa Erdbeeren und Marillen, zu einem Großteil importiert. Der Selbstversorgungsgrad bei Obst liegt bei ca. 50 %, bei Gemüse 60 %.

Bei den meisten Bio-Produkten exportiert Österreich mehr als importiert wird, dabei gehen etwa ein Drittel der Bio-Lebensmittel nach Deutschland.

  • Import Schweinefleisch und Verarbeitungsware (2 Mio. t.)
  • Export Schweinefleisch und Verarbeitungsware (2,71 Mio. t)

Österreich importiert nur ausgesuchtes Schweinefleisch.

  • Import Getreide (2,11 Mio.t)
  • Export Getreide (1,29 Mio.t)

Ein Getreideexport von 1,29 Mio.t steht ein deutlich höherer Import von 2,11 Mio.t. gegenüber

  • Import Obst (766.476 t)
  • Export Obst (188.950 t)
  • Import Gemüse (536.800 t)
  • Export Gemüse (197.800 t)

Der Import von Obst ist fast vier Mal und der von Gemüse fast drei Mal so hoch wie der jeweilige Export.

Preise orientieren sich am Weltmarkt

Wie viel die Bauern für ihre Erzeugnisse bekommen, hängt stark vom Weltmarkt ab. In praktisch allen landwirtschaftlichen Bereichen verlaufen die österreichischen Erzeugerpreise parallel zu den Weltmarktpreisen, oft etwas darüber.

Diese Abhängigkeit betrifft auch Kleinstbetriebe und führt dazu, dass es in kurzer Zeit große Unterschiede geben kann: So etwa bei Milch, wo nach Abschaffung der Milchquote 2015 der Milchpreis regelrecht verfallen ist, von durchschnittlich 40 Cent/kg im Jahr 2014 auf 34 Cent/kg im Jahr 2015 und 31 Cent/kg 2016. Der Tiefpunkt war im Juli 2016, als die Bauern nur mehr 27 Cent pro kg Milch bekommen haben. Mittels Hilfspakets wurde den Bauern geholfen, denn kostendeckende Produktion ist laut Experten erst bei einem Milchpreis von ca. 35–36 Cent pro kg möglich. Letztes Jahr erholte sich der Milchpreis wieder auf durchschnittlich 35 Cent pro kg, die Produktion wurde in der Folge gesteigert und liegt heute bei mehr als 10 % über der des Vorjahrs.

In Summe verbleibt im gegenwärtigen, arbeitsteiligen System von der ganzen Wertschöpfung eines Lebensmittels nur ein kleiner Teil beim meist bäuerlichen Rohstoffproduzenten.

Milchproduktion nicht kostendeckend

Bauern haben 2014 bis 2016 weniger für die Milch bekommen, als sie für eine kostendeckende Produktion bräuchten.

Konsum landwirtschaftlicher Güter in Österreich

Zwischen 2010 und 2012 wurden laut Statistik Austria in Österreich pro Person im Durchschnitt jährlich 904 Kilogramm Nahrungsmittel für den Haushaltskonsum und für den Konsum in der Gastronomie gekauft. Dies entspricht durchschnittlich 2,5 Kilogramm pro Person pro Tag. Von der Gesamtmenge sind 23 % tierische Produkte, 29 % werden als alkoholische und alkoholfreie Getränke konsumiert und die restlichen 48 % sind pflanzliche Produkte – vor allem Früchte, Gemüse und Getreideprodukte. Österreich ist Nr. 1 beim Fleischkonsum in der EU. Der Fleischverbrauch beträgt für jede/n ÖsterreicherIn im Schnitt fast 100 kg Fleisch pro Jahr.

Die Österreicherinnen konsumieren ca. 8% der Lebensmittel in Bio-Qualität und liegen damit beim Bio-Konsum EU weit an fünfter Stelle. Verglichen mit der Produktion hinkt der Konsum somit hinterher, denn bereits mehr als 20% der Flächen werden biologisch bewirtschaftet.

Der Vergleich des österreichischen Konsums pro Nahrungsmittelkategorie mit durchschnittlichen Konsummengen in der EU zeigt, dass Österreicher relativ große Mengen an alkoholischen Getränken (43 % mehr als der durchschnittliche EU-Konsument), Fleischprodukten (29 % mehr), Zucker (27 % mehr) und tierischen Fetten (80 % über der durchschnittlichen EU-Menge) konsumieren. In Österreich werden mehr Früchte, insbesondere Äpfel, konsumiert als im EU Schnitt (+27 %).

  • Alkohol +43%
  • Fleisch +29%
  • Tierische Fette +80%
  • Äpfel 27%

Mehrkonsum Österreich im Vergleich zum EU-Schnitt.

 (WWF)

Wie viel geben wir für Essen aus

Die Konsumerhebung 2014/2015 der Statistik Austria ergab, dass private Haushalte in Österreich durchschnittlich 11,8 % für Ernährung und alkoholfreie Getränke ausgeben. Somit liegt Essen auf Platz 3 der Haushaltsausgaben nach Wohnen/Energie und Verkehr und knapp vor den Ausgaben für Freizeit/Urlaub. 1999/2000 lag dieser Anteil noch bei 13,2 %. Der Anteil der Ausgaben für Lebensmittel sinkt seit den 50er Jahren kontinuierlich: machten Lebensmittel 1954 noch fast 45 % der Haushaltsausgaben aus, waren es 1974 nur 27 %.

Mehr als 50 % der Lebensmittel werden in Österreich außerhalb der eigenen vier Wände in Kantinen, in Restaurants und in Gasthäusern konsumiert. Laut Konsumerhebung 2014/15 der Statistik Austria geben die Österreicher und Österreicherinnen zusätzlich zu den Ausgaben für Ernährung und alkoholfreie Getränke 6,9 % für Café- und Restaurantbesuche aus.

11,5 % für Lebensmittel

Private Haushalte in Österreich geben durchschnittlich 11,8 % für Ernährung und alkoholfreie Getränke aus.

(Konsumerhebung 2014/2015 der Statistik Austria)

Hier findest du noch mehr Hintergrundinformationen:

Spende für MUTTER ERDEspendenguetsiegel_muttererde_05979

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