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In den ersten drei Tagen haben wir uns um unsere schlechten Gewohnheiten zu Hause gekümmert, die Grund dafür sind, dass wir kostbare Lebensmittel direkt in den Müll befördern. Aber Lebensmittelverschwendung fängt nicht erst in den eigenen vier Wänden an. Sie beginnt schon viel früher:

Lebensmittelverschwendung: Der lange Weg vom Feld bis zum Handel

Schon direkt bei der Erzeugung am Feld werden Lebensmittel verschwendet, dafür gibt es zwei Gründe:

  • Erträge sind schlecht planbar, immerhin handelt es sich um natürliche Produkte, die unter schwankenden (Wetter-)bedingungen wachsen.
  • Die Qualitätsvorgaben des Handels und damit eigentlich die Erwartungen der Kunden und Kundinnen. Der Preisdruck ist so hart, dass sich nur die Ernte und Verarbeitung der besten Ware lohnt. Ist etwas von minderer Qualität und sei es nur optisch, sind die erzielbaren Preise oft so gering, dass es billiger kommt, die „zu kleinen Kartoffeln“ und „krummen Gurken“ zu entsorgen.
    Aber noch nicht genug. Es folgen weitere Lebensmittelverluste in der Produktion, bei der Verteilung und schließlich im Handel, wo volle Regale bis Ladenschluss vor allem bei Obst, Gemüse und Brot zu Lebensmittelabfall führen. Dazu kommen die teilweise absurden Angaben zum Mindesthaltbarkeitsdatum und die zu strengen Vorgaben über Form und Aussehen der Lebensmittel. Was nicht „passt“ wird weggeschmissen oder muss sogar weggeschmissen werden.

Wenn wir dann noch unsere Verschwendung zu Hause dazu zählen, kommen wir auf 88 Mio Tonnen Lebensmittelabfall pro Jahr in der EU.

Können wir als Einzelne dagegen etwas tun?

Ja! Das alles passiert genau so, weil wir als KonsumentInnen dieser Politik zustimmen, weil wir an das teilweise einheitliche Aussehen von Obst und Gemüse gewöhnt sind und weil wir schlicht und einfach nicht mehr alles essen bzw kaufen wollen.

Mit jedem Einkauf, bei dem wir bis kurz vor Ladenschluss aus jeder Brotsorte wählen wollen, bei jedem Einkauf, bei dem wir die braunen Bananen liegen lassen und uns im Winter lieber für Erdbeeren aus Spanien entscheiden, als für die Lageräpfel aus Österreich, sagen wir auch „Ja“ zu den verschwenderischen Praktiken in Produktion und Handel.

Aber wir können auch „Nein“ sagen und müssen das nicht einmal direkt tun (obwohl wir das natürlich auch können!), wir können uns für eine andere Art des Einkaufes entscheiden:

  • Kaufe möglichst regional und saisonal. Was du aus der Region kaufst, muss keine langen Transportwege zurücklegen, das bedeutet nicht nur weniger Lebensmittelabfälle, sondern macht auch einen kleineren ökologischen Fußabdruck und du stärkst damit die regionalen ErzeugerInnen.
  • Kauf doch mal dein heimisches Obst und Gemüse auf (Bauern-)Märkten, nicht selten gibt es dort Sorten, die du sonst nicht findest. Die Ware ist dort nicht schon in fertigen Mengen abgepackt und du kannst sie nach deinem Bedarf mit nach Hause nehmen, das ist nicht nur Lebensmittelabfallvermeidung, sondern du kannst so auch sehr viel Plastikmüll sparen. Voraussetzung du bringst deine eigenen Sackerl mit.
  • Bestell ein Biokistl aus deiner Region. Hinter dem „Biokistl“ stehen meistens mehrere Produzenten einer Region, du bekommst (regionale) Bioprodukte direkt nach Hause geliefert und meistens die passenden Rezepte gleich dazu. Besser und einfacher geht es nicht und du sparst wieder Verpackungsmüll.
  • Werde Mitglied einer „Food Coop“, einer Lebensmittelkooperative sprich Einkaufsgemeinschaft. So bekommst du die Sachen nicht nur günstiger, du bekommst auch genau das, was du brauchst (bedarf allerdings guter Planung, die wir ja haben – siehe Tag 3). Der Mehraufwand, der durch die Mitarbeit entsteht, lohnt sich jedenfalls.
  • Such dir einen Bauern oder eine Bäuerin in deiner Nähe: selbst in der Stadt oder in Stadtnähe gibt es sie, Höfe mit ihren Hofläden, dort kannst du direkt vom Bauern kaufen. Das hat den Vorteil, dass du für Qualität weniger bezahlst und mehr darüber erfährst, woher deine Lebensmittel kommen. Und dem Bauern hilft es, weil der Direktverkauf Kosten spart.
  • Such dir „freies“ Obst in deiner Nähe. Über die Plattform http://mundraub.org kannst du dich informieren, wo es „heimisches Obst im öffentlichen Raum“ gibt. Immer wieder wachsen irgendwo Brombeeren in einem Park oder es gibt Obstwiesen, die nicht abgeerntet werden. Warum nicht einfach dort mit Lebensmittel eindecken, bevor sie verfaulen.

aufgabe-tag4

Aufgabe Tag 4: Überlege dir eine für dich mögliche und unkomplizierte Ergänzung zum „normalen“ Einkauf und schreib sie uns doch, wenn sie nicht auf unserer Liste steht.

Morgen am letzten Challenge-Tag geht es dann noch einmal um die Vermeidung von Lebensmittelabfall bei uns zu Hause und was wir mit Essen machen können, das wir nicht mehr verwenden können oder brauchen.

Wie geht es dir damit?

Schreib uns doch, wie es dir bisher mit diesen Aufgaben geht. Vielleicht hast du auch noch einen Tipp für uns? Hinterlasse einen Kommentar unter dem heutigen Beitrag oder poste auf Facebook unter dem Tagespost zur Challenge.

Wir freuen uns, dass du dabei bist!

Bis morgen.

Dein MUTTER ERDE- Team

PS: Hier kannst du alle Tage der Mitmach-Challenge nachlesen.