Start der Aktionswoche zu Lebensmittelverschwendung

Apr 7, 2016

Rund 760.000 Tonnen Abfälle werfen Österreichs Handel, Haushalte und Außer-Haus Verpflegung weg. Gut die Hälfte davon könnte vermieden werden. Nicht in der Gesamtabschätzung enthalten sind die bisher unbekannten Mengen aus Landwirtschaft und Industrie.

ORF Trailer Programmschwerpunkt5

Am 7. April startet daher ein umfassendes Aktionsprogramm „Essen verschwenden ist Mist“ für das sich heuer zum dritten Mal der ORF und die führenden Umwelt- und Naturschutzorganisationen zusammenschließen. Mit dieser konzertierten Aktion möchten die Initiatoren Bewusstsein in der Bevölkerung und bei den Entscheidungsträgern schaffen und eine Veränderung dieser unzufriedenstellenden Entwicklung herbeiführen.

Heutzutage muss Essen vor allem praktisch, schnell und billig sein. Lebensmittel werden immer gleichförmiger und „angepasster“. Gleichzeitig werden immer mehr Lebensmittel weggeworfen, unglaubliche 760.000 Tonnen allein in Österreich. Unsere Aktionswoche im Rahmen von MUTTER ERDE soll hier ein Umdenken herbeiführen. Wir laden alle Akteure ein, das Anliegen zu unterstützen und in ihrem eigenen Umfeld etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu tun.“

Start des umfassenden ORF-Programmschwerpunkts ist die „Am Schauplatz“- Reportage „Zu viel des Guten“ (7. April, 21.05, ORF2). Sie liefert augenöffnende Einblicke in Landwirtschaft, Fleischproduktion und Gastronomie. Ed Moschitz, Reporter der brisanten Dokumentation drückt es folgendermaßen aus: „Uns hat sich ein bedrückendes Bild vom achtlosen Umgang mit Lebensmitteln geboten, besonders der Umgang mit Tieren in der Fleischproduktion hat mich persönlich sehr schockiert.“ Um 1 Kalorie Fleisch zu erzeugen werden im Schnitt acht Kalorien Futtermittel eingesetzt. Fleisch ist damit das Lebensmittel mit dem höchsten Ressourceneinsatz.

Ein anderer Aspekt des Themas ist die Außer-Haus-Verpflegung, also Gastronomie, Hotellerie und Großküchen. Dort wird von rund 280.000 Tonnen Lebensmittelabfällen und –verlusten ausgegangen, davon gelten 175.000 Tonnen als vermeidbar. Das Einsparpotential liegt bei geschätzten 8.000 Euro pro Betrieb. Gemeinsam mit der Initiative United Against Waste präsentiert MUTTER ERDE daher am 12. April die Ergebnisse einer Konsumentinnenbefragung die zeigt, inwieweit die Österreicherinnen und Österreicher bereit sind, Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen mitzutragen.

Aktivitäten der MUTTER ERDE Partnerinnen reichen von Inforatgebern zu Lebensmittellagerung und Restlküche von Greenpeace bis zu einem Marktcheck, wie Österreichs Supermärkte mit Lebensmittelmüll umgehen, über Beratungen für die Gastronomie durch GLOBAL 2000, bis hin zu einer Petition, die WWF und Greenpeace gemeinsam gestartet haben und mit der sie konkrete Maßnahmen von der Österreichischen Bundesregierung im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung fordern.

Der ORF begleitet die Initiative mit einem trimedialen Programmschwerpunkt. Beginnend mit 7. April wird in allen Medien des ORF – Fernsehen, Radio und Internet – über das Thema Lebensmittelverschwendung berichtet. Das Problem wird in einer Reihe von Dokumentationen und Reportagen analysiert. Magazinsendungen und die ORF-Landesstudios unterstützen die Konsumentinnen und Konsumenten mit Tipps für den Alltag und berichten über erfolgreiche Initiativen in Österreich. Den Abschluss des ORF-Programmschwerpunkts bildet am 15. April der Auftakt zu einer großen ORF-Aktion, die die ORF-Servicesendung „heute konkret“ ein Jahr lang – bis Juni 2017 – begleiten wird: das „Essperiment“. Die Redaktion sucht Haushalte in ganz Österreich, die bei einem Contest der besonderen Art mitmachen möchten: Menschen, die ihre Ernährung komplett auf regionale Produkte umstellen.

Die Initiative MUTTER ERDE wurde 2014 vom ORF und den führenden Umwelt- und Naturschutzorganisationen Österreichs ins Leben gerufen. Die Partner widmen jedes Jahr einem anderen Umweltthema eine gemeinsame Aktionswoche, aktuell der Lebensmittelverschwendung. MUTTER ERDE wird vom Verein „Umweltinitiative Wir für die Welt“ getragen, das sind der ORF, GLOBAL 2000, Greenpeace, WWF, Alpenverein, BirdLife, Naturfreunde, Naturschutzbund und VCÖ. Gemeinsames Ziel ist es, Nachhaltigkeit zum Thema zu machen, zu informieren und Spenden für Umweltschutzprojekte zu sammeln.

Aktuelle Informationen zu den im Rahmen des MUTTER ERDE-Schwerpunkts stattfindenden Aktivitäten und eine umfassende Lebensmitteldatenbank mit Tipps zum richtigen Umgang mit Lebensmitteln finden sich unter www.muttererde.at.

Für seine umfassenden Aktivitäten wurde MUTTER ERDE für den Viktualia Award – die österreichische Auszeichnung für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Lebensmitteln – nominiert.