2015 standen bei MUTTER ERDE die Bienen – Honig- und Wildbienen – im Mittelpunkt. Zeit für eine Zwischenbilanz. Es gibt in Österreich knapp 700 Wildbienenarten, die durch ihre Bestäubungsarbeit die Artenvielfalt in der Pflanzenwelt garantieren und so auch die Vielfalt in unserer Ernährung erhalten. Doch den Bienen geht es nicht gut. Ihnen fehlt Futter und Lebensraum durch monokulturelle Landwirtschaft, zu wenig Vielfalt in Gärten, Gifte und aufgrund anderer Faktoren.

Dominik Linhard_GLOBAL 2000_Erdhummel auf Echiinacea

Fünf Wildbienen-Hotels in der Steiermark errichtet

Lebensraumverlust ist der Hauptgrund für das Verschwinden der Wildbienen. Landwirtschaftliche Monokulturen haben Trockenrasen, Streu- und Bergwiesen weitgehend verdrängt. Damit finden Bienen immer weniger Wildblumen, sprich Nahrung. Im selben Maß sind aber vor allem auch geeignete Nistplätze, z.B. Magerwiesen, Flussauen oder Hecken verloren gegangen.

04_Fotobeleg_Wildbienen-Nisthilfen in der STMK 02_Johannes GeppDas Aufstellen und die laufende Betreuung von „Wildbienenhotels“ ist eine gute Möglichkeit, Nistplätze für Wildbienen zu schaffen. Besonders gut geeignet sind Großnistkästen wie sie der Naturschutzbund Steiermark herstellt, weil diese auf einen Schlag je an die 1.000 potentielle Niströhren zur Verfügung stellen. Es wurden fünf etwa Tür-große Wildbienen-Nistkästen hergestellt. Bei der Herstellung und Montage halfen auch Kinder und Jugendliche mit.

Beim Aufstellen der Kästen wurde darauf geachtet, diese Richtung Osten auszurichten, um eine Überhitzung bis zum Abend zu vermeiden. Sie haben ein regenschützendes Vordach und sind zur Abkühlung an heißen Sommertagen auf der Rückseite teilweise offen. Im Zuge der laufenden Betreuung dokumentiert der Naturschutzbund, welche Holzart, Bohrung und Lochtiefe von Wildbienenarten angenommen wird.

Die Ausführung dieser „Großhotels“ orientiert sich an Erfahrungen der letzten 10 Jahre, insbesondere der Stadt Weiz, wo Dutzende Insektenhotels unterschiedlicher Ausführung ausgebracht wurden.

Bewusstsein schon in der Schule schaffen

Das Projekt „BEEwusstseinsbildung im Schulhof“ richtet sich an Schulen, die motiviert werden sollen, ihre Schulhöfe und Schulgärten gemeinsam mit LehrerInnen und SchülerInnen bienenfreundlich zu gestalten, sodass die Kinder Bienenschutz als selbstverständlich erleben.

Im BORG Perg in Oberösterreich wurde ein Muster-Bienenschulgarten gestaltet. Er wird seither von Schulwart Alois gepflegt und gehegt. Es gibt dort unterschiedlichste Nutzungsbereiche, wilden Ecken, einer Blauregen-Pergola als Freiluft-Klassenzimmer und sogar einem Kunstdünger-freien Sportplatz mit blühendem Randstreifen. Die SchülerInnen haben Kräuterspiralen und einen Nutzgarten angelegt, basteln im Werkunterricht Wildbienenhotels und kreative Kennzeichnungen für den schmalen Parkplatz-Randstreifen.

Aus diesen Erfahrungen wurde eine Broschüre für Schulen entwickelt, „10 Tipps und Tricks für bienenfreundliche Schulgärten„. Die Broschüre enthält Tipps und Tricks, was man selbst auf kleinen Flächen für Bienen tun kann.

Wir entwickeln eine Tankstelle für Bienen

Die Umweltberatung entwickelt mit MUTTER ERDE Unterstützung ein spezielles Projekt, das sowohl den Bienen direkt nutzt als auch einen stark bewusstseinsbildenden Aspekt hat: Bienen-Tankstellen sind eine Kombination aus Nisthilfe für Wildbienen und Nektarpflanzen für Honig- und Wildbienen. Die Bienen-Tankstelle kann an verschiedensten Standorten aufgestellt werden und ist für Balkone im städtischen Bereich ebenso geeignet wie für sonnige Gartenstandorte oder asphaltierte Flächen im öffentlichen Raum. Neben dem praktischen Nutzen für wilde Bienenarten hat dieses Projekt auch einen Bildungsnutzen: Bienen können an der Bienen-Tankstelle gut beobachtet werden.

WS - IMG_0448 ©Monika Kupka die umweltberatung

Das Projekt wird in Kooperation mit einem sozial-ökonomischen Betrieb (SÖB) umgesetzt. Die angefertigten Prototypen werden z. B. auf dem Gelände des SÖB oder einer anderen passenden Stelle aufgestellt und sowohl von den Jugendlichen als auch von MitarbeiterInnen von „die umweltberatung“ in regelmäßigen Abständen evaluiert und von „die umweltberatung“ dokumentiert.

Mehr zum Bienenschwerpunkt und zu den Projekten finden Sie hier.