Wortspende: Ein Rasenmäher reicht für 7 Haushalte

Jakob

Feinböck

Schüler, App Entwickler

Deine Leih-APP wannarent geht demnächst an den Start. Was bringt sie in puncto Umweltschutz?

Mit wannarent wollen wir erreichen, dass der private Besitz von Gegenständen, die wir seltener als einmal die Woche brauchen, überflüssig wird, beziehungsweise, dass solche Gegenstände einfach in der Umgebung geteilt werden. Ich möchte es mit einem Beispiel veranschaulichen. Meine Familie mäht alle 7 Tage den Rasen. Die restlichen 6 Tagen versperrt uns der Rasenmäher im Gartenkeller den Weg. Jetzt sind wir nicht der einzige Haushalt in unsere Umgebung, der den Rasen mäht. Mit wannarent wollen wir es ermöglichen, dass es nur einen Rasenmäher für 7 Haushalte mit Garten braucht. Dadurch müssen viel weniger Rasenmäher produziert werden. Was für den Rasenmäher gilt, zählt noch für tausend weitere Gegenstände. Wieviele Tage im Jahr benützen Sie ihre Auto-Dachbox, ihr Werkzeug und wie oft benutzen Sie ihr Zelt? Wenn man das große Bild sieht, kann das Teilen von Gegenständen einen großen Unterschied machen.

Wie siehst du die Zukunft der Sharing-Economy und ihren Einfluss auf Klima und Umwelt?

Die Sharing-Economy ist meiner Meinung nach eine der großen Chancen für das Klima. Das Time Magazin sieht „Sharing“ unter den 10 Sachen, die die Welt verändern können. Dabei ist der Sharing-Trend erst am Start und es wird noch ein paar Jahre dauern bis die wirklich großen Revolutionen beginnen. Plattformen wie Airbnb, Uber, diverse CarSharing-Plattformen und hoffentlich bald auch wannarent zeigen die Möglichkeiten des Teilens. Leider gibt es bis dato kaum Daten zu den Auswirkungen der Sharing Economy. Ich bin davon überzeugt, dass sich die Idee vom Teilen von Häusern, Autos und Gegenständen noch weiter entwickeln wird. Ich glaube, dass wir in Zukunft keine Autos mehr besitzen werden, sondern uns selbstfahrende Autos, betrieben mit Wasserstoff, nach Bestellung von zuhause abholen und uns zu den gewünschten Ort bringen. Dort müssen die Autos dann allerdings nicht warten, sondern können gleich weiter zum nächsten Kunden. Ich hoffe auch, dass wir mit wannarent zum Umweltschutz beitragen. Jetzt einmal mit der App und in fernerer Zukunft mit einen eigenen Liefer- und Abholservice und eigenen Lagerhallen. Unsere User müssen dann nur mehr via die App Bestellungen aufgeben und der Gegenstand wird ihnen darauf hin innerhalb von 24 Stunden gebracht und wieder abgeholt. Dadurch könnten wir ein noch nachhaltigeres und gemütlicheres Leben gewährleisten. 

Warum ist dir Klimaschutz persönlich wichtig?

Klimaschutz ist mir besonders wichtig, weil es die einzige Möglichkeit der Menschheit ist zu überleben. Vor allem meine, junge Generation und unsere Kinder werden die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen. Ich möchte meinen Kinder noch in den österreichischen Alpen Skifahren beibringen. Ob das möglich ist, wird sich zeigen. Das hängt stark von unseren Handeln ab. Wenn wir weiterhin unsere Welt verschmutzen, wird das fatale Folgen für die Natur, aber auch für uns Menschen haben. Zahlreiche Tiere und Pflanzen sind schon jetzt stark bedroht, aber auch wir Menschen sind bedroht. 25 Millionen Menschen fliehen, laut der UNHCR, aufgrund es Klimawandels jedes Jahr, Tendenz steigend. Wenn die Menschheit nicht bald beginnt auf das Klima zu achten, wird es noch fatalere Folgen haben. Wir müssen gemeinsam handeln und zwar jetzt.

Wie achtest du in deinen alltäglichen Leben auf die Umwelt?

Ich esse kein Rindfleisch, überhaupt weniger Fleisch und wir kaufen regionale Produkte. Ich fahre möglichst viel mit dem Rad und öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir versuchen als Familie Plastik zu vermeiden und mehr auf die Umwelt zu achten. Manchmal kommen dabei auch familiäre Diskussionen zu Stande. Mit wannarent achten wir auch auf die Umwelt. Wir bestellen unsere Flyer und Visitenkarten nur aus recycelten Papier. Das sind zwar nur Kleinigkeiten, die aber in der Masse einen großen Unterschied machen können. Wenn wannarent finanziell abgesichert ist und wir erste Gewinne aus wannarent entnehmen können, wollen wir auch 10 Prozent des Gewinns spenden, vor allem für Umweltschutz und gegen Kinderarmut. Das ist für uns wichtig, da wir als Unternehmen Verantwortung übernehmen wollen.

Wo liegt deiner Meinung nach der Unterschied zwischen deiner Generation und der deiner Eltern?

Meine Generation, die Generation Z, ist ja noch nicht sehr alt und hat kaum große Verantwortungen. Das macht es schwer die Generationen zu vergleichen. Niemand weiß, wie meine Generation in Schlüsselpositionen handelt. Ich glaube, dass wir im Durchschnitt mehr auf das Klima in unseren Alltag achten. Ob das auch so ist, wenn wir politische Macht haben, wird sich erst zeigen. Die Generation meiner Eltern, die Generation X, wuchs anders auf. Damals zeigten Gegenstände, wie Rasenmäher mit Motoren, Luxus und Wohlstand. Deshalb identifiziert sich die Generation X gerne mit Gegenständen, wie teuren Autos und so weiter. Für die Generation Z hat das eine viel kleinere Bedeutung. Die meisten von uns hatten immer Zugriff auf Rasenmäher mit Motor und andere Gegenstände. Wir sind den Luxus und Wohlstand gewöhnt, dadurch hat er weniger Bedeutung. 

Was würdest du dir vom Staat wünschen zum Thema Umweltschutz?

Die Klimakrise ist für die Politik ein heikles Thema. Es stehen viele Wählerstimmen auf dem Spiel. Ich glaube, dass die Politik auch schon positive Schritte macht, vor allem EU weit. Die Einschränkung von Einweg-Plastik ist ein Beispiel. Es fehlen aber noch die großen Lösungen. Ich erwarte mir ein neues Steuersystem, welches regionale, biologische und umweltfreundliche Güter fördert und importierte, schädliche Produkte mit höheren Steuern bestraft, beziehungsweise ganz verbietet. Es kann nicht sein, dass argentinisches Fleisch günstiger ist als österreichisches. Ein weiterer Punkt wäre Öffis weiter auszubauen und günstiger oder sogar gratis anzubieten. Ich glaube, dass man damit, besonders in Städten, viele Menschen motivieren kann öffentlich zu fahren. Außerdem muss ein für Innovationen freundlicheres Umfeld in Europa entstehen. Die schnelle Veränderung kommt meist nicht vom Staat selbst, sondern von Startups und Unternehmen. Europa und Österreich müssen es attraktiver machen bei uns zu gründen und zu bleiben, vor allem im Umweltbereich. Das wäre auch für die österreichische Wirtschaft wichtig.

Jakob Feinböck , 17 Jahre alt ist Entrepreneur und Schüler am Sportgymnasium Maria Enzersdorf und Gründer von wannarent GmbH. Mit 14 Jahren ist ihm die Idee einer Leih-App gekommen, beim Urlaub auf dem Gardasee, als es beim Surf-Board-Verleih nur alte Modelle gab. Seine APP geht demnächst an den Start. Er spielt Fußball, trifft Freunde und unterstützt Fridays4future. 

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Gegentrends & Lösungsansätze

 

Natürliche Ressourcen, wie Rohstoffe, Wasser, produktive Böden und funktionierende Ökosysteme bilden die physische Grundlage für alles Leben auf unserem Planeten. Mit der steigenden Ressourcennutzung verstärken sich eine große Anzahl an Umweltproblemen, allen voran der Klimawandel. Wir brauchen Gegentrends und Lösungsansätze.

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Mehr als 100 Millionen Tonnen Fasern werden jährlich, mit steigender Tendenz, produziert. Zwei Drittel davon sind synthetisch und basieren auf Rohöl, ein Viertel davon ist Baumwolle, welche zum Wachsen viel Land, Wasser und Pestizide benötigt. Viele Textilien werden nie getragen und gerade in Europa ist Kleidung immer billiger und damit zur Wegwerfware geworden.

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Elektroschrott

 

Seit den 70er Jahren hat sich der globale Ressourcenverbrauch verdreifacht, die Menge des anfallenden Elektroschrotts sogar vervierfacht. Rohstoffe gehen verloren, da nur ein kleiner Teil davon recycelt wird. Der Elektrogeräteabfall ist laut EAK der am schnellsten wachsende Abfallbereich.

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Greenwashing oder Grünfärberei wird schon lange diskutiert und damit werden Kommunikations- und CSR-Maßnahmen oft größerer Unternehmen bezeichnet, die aufgrund umweltschädlicher Produktionsweisen (Palmöl, Kinderarbeit, Wasserverschmutzung u.s.w.) in Verruf geraten waren. Mittels „Greenwashing“ würden sie dieses schlechte Image zurechtrücken wollen, so Kritiker wie etwa Werner Boote.

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