Klimatipps Konsum

Ressourcen sind kostbar

Mehr Qualität, weniger Quantität

Unser Konsum beeinflusst neben der wirtschaftlichen und sozialen Situation der Menschen auch immer stärker den Zustand der Umwelt. Bei der Herstellung und Verwendung von Produkten können viele Ressourcen gespart werden.

  • Hinterfragen Sie Ihre Wünsche. Denken Sie beim Einkaufen daran, dass die Herstellung und Verarbeitung von Produkten, ihr Transport und die Verpackung Rohstoffe und Energie brauchen. Kaufen Sie daher weniger und dafür Produkte, die Ihnen wirklich etwas bedeuten.
  • Teilen statt kaufen. Wir horten Gegenstände. Manche davon sind durchaus nützlich, wie etwa eine Bohrmaschine oder ein Rasenmäher. Doch wie oft verwenden Sie diese? Sie können diese Geräte auch mit anderen teilen oder ausborgen. Auch Bücher, DVDs oder Sportgeräte sind als Tausch-Objekte geeignet. Treten Sie einer Online-Sharing-Community bei oder gründen Sie Ihre eigene „Teil-und Tauschgemeinschaft“.
  • Der „Stoff“ macht den Unterschied. Kaufen Sie möglichst naturnahe Materialien, die in Österreich erzeugt wurden. Achten Sie dabei auf die Qualität und die Möglichkeit zur Reparatur. So bleibt Ihnen das Lieblingsstück lange erhalten.
  • Verzichten Sie auf Wegwerfprodukte. Es geht schneller als man denkt: Plötzlich hat sich ein Haufen Plastikfolien, Flaschen und Becher angesammelt – Endstation Mistkübel. Die Lösung ist einfach: Vermeiden Sie Verpackungen. Eine robuste „Vielwegflasche“ aus Glas ersetzt zum Beispiel hunderte Plastikflaschen.

 

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Um unseren jährlichen Verbrauch an Ressourcen weltweit zu decken, bräuchten wir eigentlich eineinhalb Erden. Da wir die nicht haben entnehmen wir unserem Planeten mehr als dieser uns dauerhaft zur Verfügung stellen kann. Das geht auf Kosten nachkommender Generationen. Unsere Wirtschaftsweise muss künftig durch eine Kreislaufwirtschaft ersetzt werden, in der Rohstoffe gebraucht statt verbraucht werden. Eine solche Neuausrichtung der Wirtschaft beginnt beim ressourcensparenden Design und endet bei der Wiedereingliederung des Produkts in den Kreislauf statt wie bisher seiner Entsorgung.

Im Jahr 2013 fielen 578 kg Siedlungsmüll pro ÖsterreicherIn an, das sind fast 100 kg mehr als im europäischen Durchschnitt. Davon werden etwa 60 Prozent recycelt oder kompostiert und über 40 Prozent verbrannt oder deponiert. Durch den Einsatz rückgewonnener Altstoffe können im Vergleich zur Produktion von neuen Rohstoffen Treibhausgasemissionen eingespart werden: Bei Aluminium sind das etwa 97 Prozent, bei dunklem Glas ungefähr 40 Prozent und bei PET-Flaschen mehr als 20 Prozent.

Aus Alt wird Neu

Viele Dinge haben ein zweites Leben – oder ein drittes, viertes….

Wir leben in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Was heute noch angesagt ist, kann morgen schon wieder aus der Mode sein. Befreien wir uns von diesem Konsumzwang und bestimmen wir selbst, wann es Zeit ist, das Handy zu wechseln.

  • Auf zum nächsten Flohmarkt. Dort finden Sie neben Ramsch oft Kostbarkeiten aus vergangenen Zeiten. Besonders beliebt sind derzeit Möbel aus den 50er- und 60er-Jahren. Auch etwas schäbig – also shabby – ist wieder schick. Sie können also getrost Ihre alten Sachen wieder aus dem Kleiderschrank holen und sich in das Gefühl „von damals“ zurückversetzen.
  • Upcycling liegt im Trend. Beim Upcycling bekommen scheinbar wertlose Abfallprodukte einen neuen Zweck. Das erfordert etwas Kreativität und Bastelgeschick. Das Internet ist voll mit Inspirationen. Das Ergebnis lässt sich sehen: Unikate für Wohnung, Garten oder Kleiderschrank. Kostet fast nix!
  • Nehmen Sie an einer Kleidertauschparty teil. Das T-Shirt ist zwar wie neu aber das Muster gefällt Ihnen nicht mehr? Dafür bräuchten Sie eine neue Sommerhose? Einfach die ausrangierten Stücke zur Kleidertauschparty mitbringen und mit neuer Second Hand-Kleidung heimspazieren.
  • Reparieren statt neu kaufen. Für Reparaturen wird wesentlich weniger Material gebraucht als für die Herstellung eines neuen Produkts. In der Region bleiben Reparaturarbeitsplätze erhalten, und es entsteht weniger Abfall.
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In Österreich werden jährlich 80.000 Tonnen Altkleidung weggeworfen. Das entspricht pro Person jeweils acht Hosen, Hemden und Shirts. Ein beträchtlicher Teil davon hätte eine zweite Chance verdient, ob durch Upcycling oder als Second-Hand-Stück.

Durch Reparatur können Sie die Nutzungsdauer eines Produkts verlängern, Ressourcen schonen und Energie sparen. Ein Beispiel für sinnvolle Ressourcenersparnis durch Reparieren ist die Waschmaschine. Um eine 70 kg schwere Maschine herzustellen und nach Gebrauch zu entsorgen sind 1.400 kg Material notwendig, also das 20-fache ihres Eigengewichts. Doch auch elektronische Geräte wie der Laptop sind mit 900 kg Materialverbrauch wahre Ressourcenfresser. Vermeiden Sie daher überstürzte Neuanschaffungen. Gerade elektrische und elektronische Geräte enthalten sehr wertvolle Metalle, weshalb die fachgerechte Entsorgung zur Rückführung der Rohstoffe in den Kreislauf eine wichtige Rolle spielt.

Divestment aus fossiler Energie

Keine Investitionen auf Kosten des Klimas

Banken, Pensionsfonds, Versicherungen, aber auch private und staatliche Akteure unterstützen mit ihren Investitionen die beständige Nutzung klimaschädlicher Energieträger. Durch Divestment raus aus Kohle, Gas und Öl.

  • Wir brauchen mehr Transparenz. Ein regulativer Rahmen, der dem Kapitalmarkt Rechenschaftspflichten über die Klimawirkung von Investitionen abverlangt, wäre eine Möglichkeit, mehr Transparenz für Investoren zu schaffen. Dabei werden per Gesetz Investoren verpflichtet, die Klimarisiken ihrer Portfolios offenzulegen.
  • Informieren Sie sich. Fragen Sie Ihre Bank und Versicherung, welche Projekte Sie mit Ihrem Geld unterstützen. Es ist gut möglich, dass auch Sie über ihr angelegtes Geld in „schmutzige“ Geschäfte verwickelt sind.
  • Den Staat in die Verantwortung nehmen. Auch die öffentliche Hand muss ihr Geld aus fossiler Energie abziehen und auf nachhaltige Geldanlagen setzen. Schließlich sind es Steuergelder, die nicht verantwortungsvoll und zukunftsweisend genutzt werden. Machen wir es wie die Iren, die haben sich als erster Staat der Welt dazu entschlossen!
  • Steigen Sie aus fossiler Energie aus. Folgen Sie dem Beispiel von innovativen Finanzakteuren, Privatpersonen, Regionen und Städten und werden Sie Teil der globalen Divestment-Bewegung. Fordern Sie ihre Bankberater ein wenig, je mehr nachfragen desto mehr passiert!
  • Starten Sie Ihre eigene Kampagne. Im Internet gibt es geniale Anleitungen, wie eine Divestment-Kampagne funktioniert und erfolgreich sein kann. Einfach nachmachen!
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Die Finanzwirtschaft ist in vielerlei Hinsicht vom drohenden Klimakollaps betroffen. Um den Klimazielen von Paris gerecht zu werden müssen rund 80 Prozent der derzeit weltweit bekannten fossilen Reserven ungenutzt im Boden bleiben. Investitionen in Kohle, Öl und Gas tragen daher ein großes Risiko, denn es kann nicht so weiter gehen wie bisher. Laut einer Studie des Grünen Klubs im Parlament kann davon ausgegangen werden, dass auch in Österreich rund 28 bis 30 Milliarden Euro des Kapitalmarkts an fossile Reserven gebunden sind. Damit werden fossile Energieträger subventioniert. Die Veranlagung in erneuerbare Energien macht hingegen nur einen Bruchteil dieser Gelder aus.

Laut einer aktuellen Studie von Arabella Advisors ist der Vermögenswert jener Akteure, die sich zu Divestment aus fossiler Energie bekennen, auf 5.000 Milliarden US-Dollar gestiegen. 688 Institutionen (Versicherungen, Pensionsfonds, Stiftungen etc.) und knapp 60.000 Privatpersonen in 76 Staaten haben entsprechende Beschlüsse gefasst. Auch Städten und Regionen kommt eine zunehmende Bedeutung in der Divestment-Bewegung zu. Im Jahr 2016 haben sich – Beispielen wie Paris, Kopenhagen und Oslo folgend – deutsche Städte wie Berlin oder Stuttgart zum Divestment entschlossen. Irland beabsichtigt als erster Staat komplett aus Veranlagungen in fossile Energie auszusteigen.

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