Klimatipps Wohnen

Die Temperatur bringt’s

Für ein wohlig warmes Wohngefühl

Übermäßiges Heizen und Kühlen sind schlecht für’s Klima. Mit den folgenden Tipps können sie Heizenergie sparen ohne zu frieren.

  • Ziehen Sie sich warm an. Ein gutes Sortiment an Wollpullis hilft Ihnen auch in den eigenen vier Wänden durch den Winter. Das bringt’s: Denn eine ein Grad kühlere Wohnung spart bereits sechs Prozent Heizkosten.
  • Fenster dicht machen. Verwenden Sie dafür Gummidichtungen und legen Sie bei Kastenfenstern eine Decke oder Ähnliches zwischen Innen- und Außenfenster. Für zusätzlichen Wärmeschutz sorgen Rollläden. Sobald es dunkel ist, Rollo abspulen.
  • Zögern Sie nicht beim Lüften. Am wenigsten kostbare Heizenergie geht beim Stoßlüften verloren. Dauerhaft gekippte Fenster hingegen sind Energieverschwendung und sollten in jedem Fall vermieden werden.
  • Jedem Raum seine Temperatur. Wohn- und Badezimmer werden im Regelfall stärker beheizt, in Schlafzimmern und Vorräumen darf es auch etwas kühler sein.
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Raumwärme, Klimaanlagen und Warmwasseraufbereitung sind in Österreich für 28 Prozent des energetischen Endverbrauchs verantwortlich. Von den rund 3,7 Mio. Wohnungen in Österreich werden rund 890.000 Haushalte mit fossilem Gas und 623.000 Haushalte mit Öl beheizt. Das entspricht mehr als 40 Prozent aller Haushalte.

Die Nutzung von Sonnenenergie für Warmwasser, Heizung und Kühlung spielt daher eine wichtige Rolle, wenn es um Klimaschutz und Energieeffizienz geht. Man unterscheidet zwischen solarer Stromerzeugung (Photovoltaik) und Wärmeerzeugung (Solarthermie), also Umwandlung von Sonnenenergie in Wärme und Kälte.

Mit dem Strom der Zeit gehen

Dem steigenden Stromverbrauch ein Ende setzen

Um den Energieverbrauch im Haushalt möglichst niedrig zu halten, müssen Heizenergie, Wasser und Strom so effizient und sparsam wie möglich genutzt werden. Schon mit kleinen Veränderungen können spürbare Erfolge erzielt werden.

  • Bei Neuanschaffungen auf Energielabel achten. Heute gibt es bereits viele energieeffiziente Kühlschränke, Spül- und Waschmaschinen. Besonders effizient sind Geräte mit Warmwasseranschluss. Zum Beispiel können sie das in einer thermischen Solaranlage erwärmte Wasser nutzen und reduzieren so den Stromverbrauch. Kühlschränke sollten außerdem nicht unmittelbar neben einer Wärmequelle stehen.
  • Ziehen Sie den Stecker. Radio, DVD-Player und Fernsehgerät sollten ausgesteckt werden und nicht auf Standby laufen. Netzteile von Handys und Laptops über Nacht ebenfalls ausstecken. Sehr praktisch sind hierfür auch schaltbare Steckdosen.
  • Deckel drauf. Beim Wasserkochen immer nur die benötigte Menge Wasser erhitzen. Auch die Verwendung eines Schnellkochtopfs kann helfen, Strom zu sparen.
  • Licht aus. In Zeiten von LED-Lampen sollte es doch kein Problem mehr sein, das Licht einfach brennen zu lassen! Drehen Sie es trotzdem ab, wenn Sie es nicht brauchen. Denn Null-Energieverbrauch ist noch besser als ein geringer.
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Moderne Haushaltsgeräte benötigen deutlich weniger Energie als noch vor wenigen Jahren. Kühlschränke zum Beispiel verbrauchen – bei gleicher Leistung – heute knapp 80 Prozent weniger Strom als noch im Jahr 1990. Das soll aber nicht zum Kauf von mehr Geräten pro Haushalt führen, denn dann sind die Einsparungen wieder zunichte gemacht.

HausbesitzerInnen können ihr Gebäude zudem zum Kraftwerk machen: indem sie Solarthermie oder Photovoltaik-Anlagen anbringen werden sie selbst zu Energieproduzenten. Plusenergiehäuser erzeugen übers Jahr gesehen sogar mehr Energie als sie verbrauchen.

Die meisten Solaranlagen wurden bislang in Privathaushalten installiert (etwa 250.000), jedoch besteht auch in Gewerbe und Industrie großer Wärmebedarf. Eine Studie zum Potenzial thermischer Solarenergienutzung in österreichischen Gewerbe- und Industriebetrieben ergab, dass 40 Prozent der Prozesswärme und 20 Prozent der Beheizung beziehungsweise Kühlung von Betriebsgebäuden in Zukunft wirtschaftlich durch Solarenergie erfolgen könnte.

Wie wir künftig wohnen wollen

Neue Wohn- und Energieformen ausprobieren

Eine großzügige Wohnung und der Traum vom eigenen Haus im Grünen sind etwas Schönes. Dennoch brauchen wir aus ökologischen Gründen eine andere Vorstellung vom guten Wohnen; um Distanzen kurz zu halten, Energie zu sparen und vorhandenen Wohnraum bestmöglich zu nutzen.

  • Leben auf kleinem Fuß. Mit der Wohnfläche pro Kopf steigt auch der Energieverbrauch. Kleinerer Wohnraum ist daher ein Notwendigkeit unserer Zeit. Eine gesellige Form des Ressourcensparens bieten Wohngemeinschaften und gemeinschaftliche Wohnprojekte.
  • Bewusste Wohnortwahl. Je nach Wohnort ändert sich die Größe Ihres ökologischen Fußabdrucks beträchtlich. Ein Leben in der Stadt fußt auf bestehender Infrastruktur, Nahversorgung und Öffis. Ein Leben im Grünen ist dann nicht „naturnahe“, wenn sich im Alltag die Fahrten mit dem Pkw vervielfachen.
  • Entscheiden Sie sich für grüne Energie. Hierzulande gibt es zahlreiche Anbieter für Ökostrom und der Umstieg ist eigentlich nur eine Frage des guten Willens. Informieren Sie sich online und wechseln Sie noch heute.
  • Thermische Sanierung bei Altbestand. Undichte Fenster oder eine hohe Heizrechnung weisen darauf hin, dass eine Gebäudesanierung anstehen könnte. Sie erreichen damit Energieeinsparungen von bis zu 80 Prozent. Lassen Sie sich bei der Sanierung durch Länder und Bund unterstützen, etwa mit dem Sanierungsscheck.
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Im Jahr 2015 betrug der Anteil an erneuerbarer Energie in Österreich 32,8 Prozent. Den größten Beitrag leistete dazu die Wasserkraft mit mehr als einem Drittel, gefolgt von fester Biomasse mit knapp 30 Prozent. Windkraft, Solarthermie, Umweltwärme, Biogas, Geothermie und Photovoltaik leisten gemeinsam einen Beitrag von etwa zehn Prozent.
In Österreich gibt es einen hohen Anteil an Einfamilienhaus-Siedlungen mit geringer Siedlungsdichte und hohem Flächenverbrauch. Diese „Zersiedelung“ geht mit der Errichtung von (Verkehrs-)infrastruktur und mehr individuellem Mobilitätsbedarf einher. Derartige Wohnformen im ländlichen beziehungsweise stadtnahen Raum sind mit einem hohen Ressourcen- und Energieaufwand durch Bau, Instandhaltung und Nutzung verbunden. Dazu kommt, dass immer mehr Boden durch Verkehrsflächen, Gebäude und Erholungsraum verbaut wird: im Durchschnitt 22 Hektar pro Tag – mehr als 30 Fußballfelder!

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