Faschiertes

Schau, wo dein Faschiertes herkommt!

Worauf achten beim Einkauf von Faschiertem?

Weniger ist mehr: Unsere erste Empfehlung ist, weniger Fleisch zu essen. Fleisch hat einen ungleich höheren Fußabdruck als vegetarische Speisen. Schon längst können wir den Futtermittelbedarf, insbesondere den Eiweißsbedarf, unserer Nutztiere nicht mehr aus eigenen Mitteln decken. Wir importieren Soja aus Südamerika und tragen damit zur Zerstörung der Regenwälder bei. Auch die Produktionsweise des Sojas entspricht nicht unseren Vorstellungen, Gentechnik, Pestizideinsatz und soziale Probleme sind damit verbunden. Wir empfehlen daher, weniger Fleisch zu essen und dafür auf höhere Qualität zu achten. Deiner Gesundheit tust du damit etwas Gutes, denn weniger Fleisch ist ein Baustein für ein längeres und gesundes Leben.
Bitte Bio: Fleisch von Tieren, die artgerecht aufgewachsen sind und ohne gentechnisch hergestelltes Futter großgezogen wurden, hat höhere Qualität als konventionell hergestelltes Fleisch.
Aufs Tierwohl achten: Nutztierhaltung ist – wenn sie intensiv betrieben wird – aus Sicht des Tierwohls zumindest problematisch. Ein Beispiel: So werden in der konventionellen Tierhaltung etwa Schweinen die Schwänze abgeschnitten, damit sie sich nicht im Lauf des Lebens gegenseitig verletzen. Dieses Verhalten legen Schweine nicht an den Tag, wenn sie genug Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten haben. In anderen Worten: Die gesetzlichen Mindestanforderungen beim Tierwohl sind sehr gering. Erfreulicherweise wird vielfach an mehr Tierwohl gearbeitet, bio ist hier definitiv besser. Aber auch im konventionellen Bereich gibt es Initiativen, um die Tierwohlstandards zu verbessern.

Gesundheit

Die Österreichische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt maximal 3 Portionen Fleisch oder magere Wurst. Das ist wirklich nicht viel! Auch die WHO kommt zum Schluss, dass es gesünder ist, weniger Fleisch und verarbeitete Fleischprodukte zu essen.

Faschiertes Einkaufen allgemein

Faschiertes oder Gehacktes – wie es auch genannt wird – ist eine beliebte Zutat bei vielen österreichischen und internationalen Gerichten. Das berühmte „Fleischlaberl“ kann durchaus als Teil der österreichischen kulinarischen Identität verstanden werden, bei vielen Strudeln und Aufläufen ist Faschiertes mit dabei. Auch die internationale Küche verwendet Faschiertes, man denke nur an Spaghetti Bolognese, Moussaka, Cevapcici oder Hackfleischtacos in der Mexikanischen Küche.

Als Faschiertes wird eine Mischung aus Schweine- und Rindfleisch bezeichnet, bei sortenreinem Faschierten wird üblicherweise die Herkunft angegeben: Typischerweise verwendet wird Faschiertes vom Schwein, Rind, Lamm und Geflügel. Faschiertes ist Muskelfleisch mit mehr oder weniger Fettanteil.

Faschiertes ist besonders anfällig für Mikroorganismen. Durch das Zerteilen des Fleisches werden Zellen zerstört und es entsteht eine im Vergleich zu Fleisch extrem stark vergrößerte Oberfläche, die Mikroorganismen eine große Angriffsfläche bietet. Beim Kauf, Heimtransport, der Lagerung und Verarbeitung ist daher besondere Vorsicht geboten.

Faschiertes kann entweder von der Fleischtheke oder in Styropor verpackt vom Fleischregal gekauft werden. Wichtig ist, dass es sich um gekühltes Fleisch handelt. Faschiertes von der Frischfleischtheke oder in Styropor-Folienverpackung ist am selben Tag zu verbrauchen. Bei einer Verpackung in Spezialverpackungen unter kontrollierter Atmosphäre ist eine Lagerung bis zu fünf Tagen möglich.

Falls du das Faschierte roh essen willst, solltest du besonders auf Frische und Hygiene achten. Dafür sollte am besten frisch faschiertes Fleisch verwendet werden. Risikogruppen wie Schwangere oder Kleinkinder sollten generell die Finger von rohem Faschierten lassen.

Lagern

Beim Heimtransport ist darauf zu achten, dass die Kühlkette möglichst nicht unterbrochen wird, bei längeren Zeiten ohne Kühlung, vor allem im Sommer, ist der Transport in einer Kühltasche empfohlen.

Verwende oder Verarbeite Faschiertes noch am Tag des Einkaufs. Ausnahme sind verschweißte Verpackungen unter Schutzatmosphäre, diese halten länger. Das Verbrauchsdatum ist unbedingt einzuhalten.

Lagere Faschiertes im unteren, im kühlsten Bereich des Kühlschranks bei 4 °C. Bewahre das Fleisch verschlossen auf und nie zusammen mit anderen Lebensmitteln.

Lege bei der Zubereitung Wert auf hygienisches Arbeiten. Hier gilt: Was in Kontakt mit rohem Fleisch war, darf nicht ungereinigt in Kontakt mit anderen Lebensmitteln kommen. Schneidbretter, Messer und Co. gründlich reinigen!

Bevor du Faschiertes zubereitest, solltes du dich unbedingt versichern, dass das Fleisch weder dunkel noch verfärbt ist oder schlecht riecht.

Faschiertes sollte gut durchgebraten werden, da die meisten Krankheitserreger bei 70 °C absterben. Um sicherzugehen solltest du das Faschierte zumindest 4 Minuten gut durchbraten.

Haltbar machen

Mit Faschiertem zubereitete Speisen können im Kühlschrank ein bis zwei Tage lang aufbewahrt werden. Wenn du Faschiertes nicht am selben Tag verwenden willst, brate es sofort in der Pfanne gut durch. So ist es im Kühlschrank 2 Tage lang haltbar. Mit Faschiertem zubereitete Speisen können tiefgekühlt über mehrere Monate gelagert werden.

Rohes Faschiertes eignet sich gut zum Einfrieren, allerdings sollte es möglichst frisch eingefroren werden. Friere das Fleisch in kleinen Portionen ein bzw. drücke es im Gefrierbeutel flach, so dass es schnell abkühlt. Luftdicht verschlossen hält Faschiertes 3 – 4 Monate. Auftauen in der Mikrowelle ist nicht gut, lasse das Faschierte im Kühlschrank auftauen.

Reste verwerten

Faschiertes kann in Aufläufen, Strudeln, Saucen in kleinen Mengen verwendet werden. Kartoffelgröstl mit Faschiertem, Zwiebel und Käse ist ein köstliches Resterezept, das selbst dem größten Kochmuffel leicht von der Hand gehen dürfte.

Die Verwendungsmöglichkeiten sind fast unbeschränkt. Bitte aber vor allem in der Resteküche unbedingt auf gutes Durchbraten und kurze Standzeiten außerhalb der Kühlung achten.

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2 Comments

  1. Das perfekte Hamburger – Patty: 150g Rindsfaschierts (mind. 20-25% Fettanteil), dann sanft zu einem runden, flachen Burger Laibchen formen, ev. in den Kühlschrank für 1 Stunde oder so, kurz vor Zurbereitung salzen und pfeffern (ordentlich) und bei mittlerer Hitze ca. 3-4 auf jeder Seite braten (nicht pressen, schieben, aufheben, einfach bruzzln lassen). Nach dem Wenden (je nach Geschmack) mit Käse belegen (bitte aber keine Toastkäse, sondern „echten“). Burger Brötchen mit Butter bestreichen, kurz antoasten, Salad in Streifen schneiden, Tomate, Essig-Gurke (immer!), Ketchup, Senf et voila. Besser wirds nicht 🙂

    Reply
    • Lieber Andy. Du hast soeben eine Reise in meine Küche gewonnen! Ich schieb und drück die Laibchen nämlich immer. Sollte wohl mehr meiner Pfanne vertrauen. Danke für deine Tipps.

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